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Unwetterlage nach Dauerregen in der Gemeinde Vettweiß

22. 07. 2021

Unwetterlage nach Dauerregen in der Gemeinde Vettweiß - gerade mal 10 Tage nach den zahlreichen Unwettereinsätzen in der Ortschaft Kelz - war die Feuerwehr wieder stark gefordert

Der angesagte Dauerregen wurde auch durch den Einsatzleitdienst bei der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Vettweiß genau beobachtet. Bereits am Mittwochmorgen wurden in der Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ) im Feuerwehrhaus Jakobwüllesheim erste Maßnahmen getroffen.

Um 11.43 Uhr erfolgte die erste Alarmierung, dass im Zentralort Vettweiß Wasser in eine Erdgeschoßwohnung läuft. Noch während der Einsatz in Vettweiß abgearbeitet wurde, erfolgte mit gleichem Meldebild der nächste Einsatz in der Ortschaft Kelz. Aufgrund dessen und des weiter zunehmenden Niederschlages wurde durch den Einsatzleitdienst die Einheit FEZ alarmiert, damit diese auch personell besetzt wurde.

Die nächsten Einsätze ließen leider nicht lange auf sich warten. Sukzessive mussten weitere Löschgruppen der Feuerwehr Vettweiß alarmiert werden, um das Einsatzaufkommen abzuarbeiten. Gegen 20.30 Uhr waren alle Löschgruppen der Feuerwehr Vettweiß im Einsatz. Die Nacht verlangte allen Einsatzkräften viel Kraft und Atem ab. In der FEZ wurden alle eingegangenen Einsätze von der einheitlichen Leitstelle des Kreises Düren gesichtet und nach Priorität sortiert. Durch den Einsatzleitdienst wurden viele Einsatzstellen erkundet, die dann durch mehr als 100 Einsatzkräfte abgearbeitet wurden. Kurz nach einem gemeldeten Kellerbrand in der Ortschaft Sievernich, ging es direkt parallel zu den Unwetter Einsätzen weiter in die Ortschaft Lüxheim, da dort durch den Energieversorger kontrolliert Gas abgelassen wurde. Am Ortsrand von Lüxheim wurde zur Kontrolle ein Messgerät eingesetzt. Weiter wurden uns in einer Ortschaft zwei Personen im Erdgeschoss gemeldet, die durch Wassermassen eingeschlossen waren und nicht mehr aus dem Haus kamen. In der Nachbarschaft der Einsatzörtlichkeit, hatte eine ältere Person einen internistischen Notfall. Durch die Feuerwehr wurde 1. Hilfe geleistet, ein Rettungswagen und ein Notarzt angefordert und Tragehilfe durchgeführt. Die ganze Nacht wurde mit einem Großaufgebot der Feuerwehr Vettweiß durchgearbeitet. Donnerstagvormittag spitzte sich die Lage im Neffelbachbereich noch mal etwas zu, so dass nochmals Vollalarm für die FF Vettweiß ausgelöst wurde. Insgesamt füllten wir hunderte Sandsäcke selber, damit wir einige Objekte schützen oder aber den Gewässerverlauf erhöhen konnten.

Gegen 20.00 Uhr wurde ein Personalwechsel gemacht, damit der Großteil der Kräfte nach über 30 Stunden Einsatzzeit mal schlafen konnte. Auch die 2. Nacht in Folge blieb die FEZ durch Führungspersonal besetzt und auch 2 Löschgruppen blieben im Einsatzgebiet tätig. Freitagmorgen wurden weitere 2 Löschgruppen alarmiert, damit die letzten Einsätze abgearbeitet werden konnten. Während des Dauereinsatzes war neben der Feuerwehr auch der Stab für außergewöhnliche Ereignisse der Gemeinde Vettweiß mehrmals in der FEZ, damit Absprachen zwischen Verwaltung und Feuerwehr durchgeführt werden konnten. Neben der Verwaltung war der Wasserversorger, so wie auch ein Tiefbauunternehmer mit vor Ort, der sich um kurzfristige Absperrungen und Baggerarbeiten kümmerte. Beide Tage wurden die Einsatzkräfte durch das Deutsche Rote Kreuz mit Verpflegung versorgt. Mitarbeiter des Bauhofes und der Energieversorger waren ebenfalls Rund um die Uhr mit Fahrzeugen und Werkzeug im Einsatz.

Insgesamt wurden über 150 Einsatzstellen abgearbeitet. Gegen 13.00 Uhr ging es mit 3 Löschfahrzeugen und 20 Einsatzkräften nach Inden. Hier brauchten die Kollegen vor Ort dringend Hilfe, um auch dort die Unwettereinsätze abzuarbeiten. Diesem Hilferuf kamen wir natürlich gerne nach. Zudem kam es am Abend in Inden zu einem Dachstuhlbrand, wofür weitere Kräfte benötigt wurden. Weitere 15 Einsatzkräfte machten sich auf den Weg dorthin. Dieser Einsatz konnte auf der Anfahrt jedoch abgebrochen werden. Gegen Mitternacht waren wieder alle Kräfte an ihren Heimatstandorten.

Samstagmorgen musste die Feuerwehr nochmals ausrücken, um in Vettweiß mittels Tauchpumpe für einen Keller unter Wasser tätig zu werden.

Durch die Feuerwehr Vettweiß wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag ein Verbandsführer gestellt, der in Euskirchen eine Funktion in der Einsatzleitung übernahm, um die Führungskräfte vor Ort abzulösen. Ein Löschfahrzeug der FF Vettweiß wurde für den Kreis Düren mit Personal freigestellt, welches bei Bedarf kurzfristig für 24 Stunden abkömmlich ist.

Montagfrüh gegen 08.00 Uhr lief der vorerst letzte unwetterbedingte Einsatz für die Feuerwehr Vettweiß ein. Hier stand die Unterführung der B 56 n bei Soller durch einen Bruch eines Entwässerungsraben noch mehrere Meter hoch unter Wasser. Der Damm wurde künstlich durch Sandsäcke hergestellt, da aus dem Graben noch immer weiter Wasser nachlief. Nachdem das Leck über 3 Meter Länge geschlossen war, wurde mit dem abpumpen begonnen. Die Einsatzkräfte vor Ort staunten nicht schlecht, als bei den letzten 20 cm Wasserspiegel unzählige Fische zu sehen waren. Durch hinzuziehen von Ordnungsamt und der Unteren Wasserbehörde des Kreises Düren wurde die Fischart bestimmt und eine neue Heimat gesucht. Die weit mehr als 1000 Fische wurden durch die Feuerwehr gerettet und in einem See im Gemeindegebiet wieder ausgesetzt. Während dessen wurde eine Wasserschildkröte bei Frangenheim gemeldet, die durch eine weitere Löschgruppe in das Tierheim nach Düren – Niederau gebracht wurde. Alle Löschgruppen waren um kurz vor 20.00 Uhr wieder am Standort.

An dieser Stelle, nochmal ein herzliches Dankeschön an alle Feuerwehrfrauen und –männer, die ihr eigenes Hab und Gut zurückgelassen haben, um anderen zu helfen. Ihr habt hervorragende Arbeit geleistet.

Bedanken möchten wir uns auch bei den Anwohnern und Gönner aus dem gesamten Gemeindegebiet die uns zusätzlich mit Getränke und Essen versorgt haben. 👌💪🏪🚒👩‍🚒👨‍🚒

 

Bild zur Meldung: Unwetterlage nach Dauerregen in der Gemeinde Vettweiß

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